REALITÄTSBEZUG
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Projekt Stargate
März 2002. Vom meistgesuchten Mann der Welt fehlt auch ein halbes Jahr nach dem Anschlag auf das World Trade Center jede Spur. Oder doch nicht? Am 23. Februar ist auf den Webseiten http://www.remoteviewing.com/ zu lesen, dass eine parapsychologische Antiterror-Einheit Osama bin Laden geortet habe. Nach den Angaben des in Seattle residierenden Unternehmens PSI TECH haben die beteiligten professionellen Hellseher kaum Zweifel, dass sich ihre Zielperson in Bangladesh aufhält, "anscheinend in Gefangenschaft". Am 1. März 2002 wird die Botschaft präzisiert: Bin Laden sei in Bangladesh, "lebendig, aber verwundet und an einer Krankheit leidend".

Phantastereien von Wichtigtuern?

Einige Mitarbeiter von PSI TECH haben nach eigenen Angaben immerhin eine Karriere als Hellseher im Staatsdienst hinter sich. Sie waren als "remote viewers" für militärische Psi-Geheimprojekte tätig. Und die existierten in den USA nachweislich. Schon bevor Fernseh-Serien und Filme wie "Akte X" gedreht wurden, in denen sich die okkulten Sphären des Übersinnlichen und der Spionage treffen, haben reale Geheimagenten mit Parapsychologie experimentiert.

Stargate - Agenten in Trance für das Pentagon

Eine legendäre Kooperation war das 20 Millionen Dollar teure Projekt "Stargate" in den USA. Zwei Jahrzehnte lang waren am Stanford Research Institute in Kalifornien Agenten im Dienst, die in Trance operierten. Sie hatten die Aufgabe, durch pure Konzentration Information aufzufangen, die auf anderem Weg nicht zu beschaffen waren. Per "remote viewing" sollten sie sowjetische Waffenlager lokalisieren, Verstecke von Geiseln aufzuspüren oder den Aufenthaltsort von Top-Feinden wie dem Libyer Muammar al Gaddhafi bestimmen. Zu den Auftraggebern gehörte die CIA, die Drogenbehörde DEA und das Pentagon.

Ein hoher Orden der US-Armee für den "Seher 518"

Ob das Tun Erfolg hatte, ist bis heute umstritten. Über den Teil des Materials, der freigegeben wurde, gibt es eine wissenschaftliche Kontroverse (breit dokumentiert in http://www.remoteviewingconsulting.com/research/library.htm), doch die meisten Akten blieben geheim.
Unzweifelhaft ist immerhin, dass den Beteiligten nicht nur Lohn, sondern auch Ruhm winkte. Er habe "150 entscheidende Geheimdienst-Erkenntnisse produziert, die aus anderen Quellen nicht zu erhalten waren" hieß es im Begleitschreiben zu einem hohen Orden der Armee, den "Seher 518", Joseph McMoneagle, erhielt. Er hat seine Erlebnisse 1997 in dem Buch "Mind Trek" veröffentlicht.

Nach dem 11. September sind PSI-Talente wieder gefragt

1995 fand Stargate ein schnelles Ende. Die Mittel wurden gestrichen, nachdem Informationen über die unorthodoxen Geheimdienst-Methoden an die Öffentlichkeit gelangt waren. Doch dann kam der 11. September, und parapsychologische Talente waren wieder gefragt - nicht nur bei PSI TECH. Im November 2001 berichtete die Londoner Sunday Times, dass die diskreten Verbindungen zu drei bekannten Seherinnen wieder aufgelebt seien.
Prudence Calabrese, Chefin der US-Firma "Transdimensional Systems", in der 14 Hellseher arbeiten, hatte geplaudert: Sie sei vom FBI beauftragt worden, zukünftige Terroristenziele ausfindig zu machen. Auch an Angela Thompson-Smith und Lyn Buchanan, zwei ehemalige Stargate-Spioninnen, seien Mitarbeiter staatlicher Dienste herangetreten.

Die Bundesbehörden dementieren nur halbherzig

Das Ziel: Zukünftige Attacken zu verhindern und Osama bin Laden zu finden. Der Versuch ist lukrativ. 25 Millionen Dollar hat das FBI für Informationen ausgesetzt, die direkt zur Ergreifung des Al-Qaida-Führers ("Er ist linkshändig und geht mit Stock") führen, der schon vor dem 11. September auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher stand. (http://www.fbi.gov/mostwant/topten/fugitives/laden.htm) CIA und FBI dementierten halbherzig: Offiziell gebe es keinen Auftrag. Dem "New York Magazine" bestätigte ein früherer Mitarbeiter des Justizministeriums in Washington immerhin, dass Erkenntnisse von Calabrese und ihren Seher-Kollegen in der Vergangenheit durchaus Beachtung gefunden hätten.

Geheiminformationen von Außerirdischen

Dass eine Institution wie das Justizministerium kein Interesse hat, okkulte Kooperationen an die Öffentlichkeit zu bringen, ist kaum verwunderlich. Prudence Calabrese selbst gab in der Vergangenheit freimütig bekannt, von wem einige der Einsichten stammen, die ihr Blicke in die Zukunft erlauben: Einer ihrer Informanten sei ein knapp ein Meter großer Außerirdischer, der nachts in ihrem Badezimmer erscheine (eine Abbildung ist auf der Internetseite http://www.cfree.org/Contact/Abduction/Cases/Case001.html zu besichtigen).

Quelle: www.geo.de Text von Hanne Tügel